Ausbildung
Und das nicht nur irgendwie, sondern auf allerhöchstem Niveau in 4-, 5,- oder 8-stimmigen Chorsätzen. Und es ist alles möglich: von Madrigalen und Motetten über Volkslieder und Spirituals bis zur Rockmusik.
Natürlich muss geprobt werden, und nicht jeder verfügt über die stimmlichen Voraussetzungen, in einem guten Chor zu singen, aber das trifft ja auf alle instrumentalen Musizierformen gleichermaßen zu: geübt werden muss immer, und nicht jeder hat die Veranlagung, beispielsweise Posaunist oder Geiger zu werden.
Robert Schumann schrieb in seine "musikalischen Haus- und Lebensregeln" die auf pädagogischer Erkenntnis beruhende Verordnung "...singe viel im Chor, vornehmlich in den Mittelstimmen!" hinein.
Also singen die Schülerinnen und Schüler der Berufsfachschule über ihre gesamte Ausbildungszeit hinweg im Chor, denn es gibt kaum eine bessere und intensivere Möglichkeit der Hörerziehung. Viele bringen aus Schul- oder Kirchenchören schon entsprechende Erfahrungen mit, für andere ist es das erste Mal, dass sie überhaupt in Gemeinschaft singen.
In den Proben geht es folglich zunächst darum, einen einheitlichen Chorklang zu erarbeiten und alle "unter einen Hut" zu bringen. Da die Chorbesetzung aber jährlich wegen der Absolventen zur Hälfte wechselt, ist das also ein immerwährendes Problem, mit dem sich die Chorleiter konfrontiert sind.
Werke unterschiedlicher Epochen, unterschiedlicher Stilistik und verschiedenen Schwierigkeitsgrades werden einstudiert. Die Absolventen, welche im Sommer 2004 die Schule verließen, haben beispielsweise italienische und deutsche Chorwerke des Barock, Motetten von Mendelssohn und eine argentinische Folkloremesse kennen gelernt und mit beachtlichem Erfolg aufgeführt, ebenso wie eine Komposition für Chor und Orchester von einem unserer Studierenden.
Die künstlerische Verantwortung liegt dabei in den Händen von 2 Kollegen, die auf der Grundlage eines gemeinsamen Konzeptes die Proben zusammen gestalten, stets beide präsent sind und auch in den Konzerten beide als Dirigenten in Erscheinung treten. Dies hat den Vorteil für die Studierenden, dass die Fixierung auf einen einzigen Proben- und Dirigierstil vermieden wird, dass die Möglichkeit besteht, zwei Lehrer zu beobachten und Flexibilität zu erlernen.
Daneben hat der Chor noch eine zweite Funktion: Alle Schülerinnen und Schüler erhalten Unterricht im Fach Chorleitung, und alle können und sollen ihre dort erworbenen Fähigkeiten und Fertigkeiten mit und vor dem Chor ausprobieren und anwenden.
Die Abschlussprüfungen finden immer vor dem ganzen Chor statt. Sie schließen ein Unterrichts- konzept ab, in dem Chorleitung mit einer Wochen- stunde in kleinen Gruppen von ca. 5 Studierenden unterrichtet wird. Dazu kommt eine Stunde vor dem gesamten Jahrgang, um vor dieser größeren Gruppe üben zu können und Erfahrungen zu sammeln.
Im ersten Jahr stehen elementare Dinge im Mittelpunkt des Unterrichtes: Musik beginnen und beenden, Bewegungsrichtungen, Taktfiguren, das Geben von Einsätzen, probenmethodische Fragen usw.
Im zweiten Jahr geht es vorrangig um die Verfeinerung der Dirigiertechnik und das Einstudieren und Gestalten von Chorwerken.
Künftig soll dies alles in enger Zusammenarbeit mit dem instrumentalen Ensembleleitungsunterricht geschehen, da manche Lehrinhalte sich berühren.
Nun kann es nicht Ziel der Ausbildung sein, dass alle Absolventen professionelle Chorleiter sind. Aber alle sollten es gelernt haben, den für einen Musiker wohl schwersten Schritt zu gehen: den Schritt aus der Anonymität der Masse heraus auf die "andere Seite" des Dirigentenpultes, um von dort aus (in einer Art öffentlicher Einsamkeit) wohlbegründete und durch- dachte Forderungen an die Musiker oder Sänger zu stellen und zu versuchen, diese auch durchzusetzen. Für Viele ist das sehr schwer.
Aber es ist unbedingt notwendig zu wissen, wie man verschiedene dirigentische Mittel kreativ einsetzen kann, wobei es zunächst unerheblich ist, ob es sich um einen Chor, eine Instrumentalgruppe, eine Band, einen Bläserchor oder ein Kammermusikensemble handelt. Es hilft jedem Musiker, durch Bewegung und Atmung Musik starten zu können, zu proben, sie prägend gestalten und beenden zu können. Auch helfen Kenntnisse dirigentischer Grundprinzipien und erste Erfahrungen in diesem Bereich dem solistischen Spielen und Singen.
Und damit wird klar, dass das Fach Chorleitung zum Komplex der Hautfächer an einer Berufsfachschule gehören muss und gehört.
Und einige Studierende - spezielle Begabungen (elegante Motorik, geschickte Rethorik, gutes analytisches Hören und Spaß an der Sache) vorausgesetzt - werden richtige Chorleiter. Sie übernehmen Laien- und Kirchenchöre sowie Gesangsvereine in der näheren und weiteren Umgebung von Dinkelsbühl oftmals schon während ihrer Ausbildungszeit. Eine nicht geringe Zahl solcher Chöre wurde so am Leben erhalten, denn der Mangel an gut ausgebildeten Chorleitern ist gravierend.
Chorsingen und Chorleitungsunterricht bilden also eine Einheit. Sie bedingen einander im musikalischen Ausbildungsprozess, in dem sie eine zentrale Funktion haben und nach vielen Seiten in andere Fächer hin ausstrahlen.
Chorsingen und Chorleitung
Chorsingen ist eine faszinierende Sache: Ganz ohne Hilfsmittel, ohne teure, technisch komplizierte Instrumente, ohne Verstärker und andere elektronische Hilfsmittel, nur mit der uns gegebenen Stimme sind wir in der Lage zu musizieren.Und das nicht nur irgendwie, sondern auf allerhöchstem Niveau in 4-, 5,- oder 8-stimmigen Chorsätzen. Und es ist alles möglich: von Madrigalen und Motetten über Volkslieder und Spirituals bis zur Rockmusik.
Natürlich muss geprobt werden, und nicht jeder verfügt über die stimmlichen Voraussetzungen, in einem guten Chor zu singen, aber das trifft ja auf alle instrumentalen Musizierformen gleichermaßen zu: geübt werden muss immer, und nicht jeder hat die Veranlagung, beispielsweise Posaunist oder Geiger zu werden.
Robert Schumann schrieb in seine "musikalischen Haus- und Lebensregeln" die auf pädagogischer Erkenntnis beruhende Verordnung "...singe viel im Chor, vornehmlich in den Mittelstimmen!" hinein.
Also singen die Schülerinnen und Schüler der Berufsfachschule über ihre gesamte Ausbildungszeit hinweg im Chor, denn es gibt kaum eine bessere und intensivere Möglichkeit der Hörerziehung. Viele bringen aus Schul- oder Kirchenchören schon entsprechende Erfahrungen mit, für andere ist es das erste Mal, dass sie überhaupt in Gemeinschaft singen.
In den Proben geht es folglich zunächst darum, einen einheitlichen Chorklang zu erarbeiten und alle "unter einen Hut" zu bringen. Da die Chorbesetzung aber jährlich wegen der Absolventen zur Hälfte wechselt, ist das also ein immerwährendes Problem, mit dem sich die Chorleiter konfrontiert sind.
Werke unterschiedlicher Epochen, unterschiedlicher Stilistik und verschiedenen Schwierigkeitsgrades werden einstudiert. Die Absolventen, welche im Sommer 2004 die Schule verließen, haben beispielsweise italienische und deutsche Chorwerke des Barock, Motetten von Mendelssohn und eine argentinische Folkloremesse kennen gelernt und mit beachtlichem Erfolg aufgeführt, ebenso wie eine Komposition für Chor und Orchester von einem unserer Studierenden.
Die künstlerische Verantwortung liegt dabei in den Händen von 2 Kollegen, die auf der Grundlage eines gemeinsamen Konzeptes die Proben zusammen gestalten, stets beide präsent sind und auch in den Konzerten beide als Dirigenten in Erscheinung treten. Dies hat den Vorteil für die Studierenden, dass die Fixierung auf einen einzigen Proben- und Dirigierstil vermieden wird, dass die Möglichkeit besteht, zwei Lehrer zu beobachten und Flexibilität zu erlernen.
Daneben hat der Chor noch eine zweite Funktion: Alle Schülerinnen und Schüler erhalten Unterricht im Fach Chorleitung, und alle können und sollen ihre dort erworbenen Fähigkeiten und Fertigkeiten mit und vor dem Chor ausprobieren und anwenden.
Die Abschlussprüfungen finden immer vor dem ganzen Chor statt. Sie schließen ein Unterrichts- konzept ab, in dem Chorleitung mit einer Wochen- stunde in kleinen Gruppen von ca. 5 Studierenden unterrichtet wird. Dazu kommt eine Stunde vor dem gesamten Jahrgang, um vor dieser größeren Gruppe üben zu können und Erfahrungen zu sammeln.
Im ersten Jahr stehen elementare Dinge im Mittelpunkt des Unterrichtes: Musik beginnen und beenden, Bewegungsrichtungen, Taktfiguren, das Geben von Einsätzen, probenmethodische Fragen usw.
Im zweiten Jahr geht es vorrangig um die Verfeinerung der Dirigiertechnik und das Einstudieren und Gestalten von Chorwerken.
Künftig soll dies alles in enger Zusammenarbeit mit dem instrumentalen Ensembleleitungsunterricht geschehen, da manche Lehrinhalte sich berühren.
Nun kann es nicht Ziel der Ausbildung sein, dass alle Absolventen professionelle Chorleiter sind. Aber alle sollten es gelernt haben, den für einen Musiker wohl schwersten Schritt zu gehen: den Schritt aus der Anonymität der Masse heraus auf die "andere Seite" des Dirigentenpultes, um von dort aus (in einer Art öffentlicher Einsamkeit) wohlbegründete und durch- dachte Forderungen an die Musiker oder Sänger zu stellen und zu versuchen, diese auch durchzusetzen. Für Viele ist das sehr schwer.
Aber es ist unbedingt notwendig zu wissen, wie man verschiedene dirigentische Mittel kreativ einsetzen kann, wobei es zunächst unerheblich ist, ob es sich um einen Chor, eine Instrumentalgruppe, eine Band, einen Bläserchor oder ein Kammermusikensemble handelt. Es hilft jedem Musiker, durch Bewegung und Atmung Musik starten zu können, zu proben, sie prägend gestalten und beenden zu können. Auch helfen Kenntnisse dirigentischer Grundprinzipien und erste Erfahrungen in diesem Bereich dem solistischen Spielen und Singen.
Und damit wird klar, dass das Fach Chorleitung zum Komplex der Hautfächer an einer Berufsfachschule gehören muss und gehört.
Und einige Studierende - spezielle Begabungen (elegante Motorik, geschickte Rethorik, gutes analytisches Hören und Spaß an der Sache) vorausgesetzt - werden richtige Chorleiter. Sie übernehmen Laien- und Kirchenchöre sowie Gesangsvereine in der näheren und weiteren Umgebung von Dinkelsbühl oftmals schon während ihrer Ausbildungszeit. Eine nicht geringe Zahl solcher Chöre wurde so am Leben erhalten, denn der Mangel an gut ausgebildeten Chorleitern ist gravierend.
Chorsingen und Chorleitungsunterricht bilden also eine Einheit. Sie bedingen einander im musikalischen Ausbildungsprozess, in dem sie eine zentrale Funktion haben und nach vielen Seiten in andere Fächer hin ausstrahlen.
